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Ein kleiner Reisebericht - Die Apimondia 2009 in Montpellier apibanner

Das im äußersten Süden Frankreichs gelegene Montpellier ist mit dem deutschen Aachen vergleichbar. Es zählt 225000 Einwohner, bei 60000 Studenten. 

Architektonisch herrscht der Historismus bzw. Neoklassizismus vor, der uns vom 16. bis zum 18. September 2009 in das Stadtzentrum der Metropole führen sollte. Dort angekommen, fühlten wir uns wie in die Zeit des nachrevolutionären Frankreichs versetzt. Die Vielzahl ionischer Säulenpaare, der Rustikafassaden und der griechisch anmutendenden Skulpturen machte es uns nicht gerade leicht, die direkt am Markt gelegenen, kleinen Cafés zu meiden und geraden Kurs auf das angrenzende Kongreßzentrum zu halten. 

Noch lange bevor wir es erreichten, säumten kleine Zelte mit diversen internationalen Ausstellern den Weg. Sie wurden von liebevoll ausgearbeiteten Figurenbeuten flankiert und beherrbergten einen gelungenen Mix aus Honigerzeugergemeinschaften, Imker- und Bienenschutzvereinen sowie Honigspezialitäten-Händlern.

Als wir schließlich das Corum, das große Ausstellungsgebäude betraten, konnten wir sofort auf der Paterrebene die ersten Aussteller sehen. Unter Ihnen befanden sich Swienty, Carl Fritz, Warnholz, Honig Mehler und die finnischen Paradise Honey, die mit großen, professionellen Erntelinien warben. In den Untergeschossen fanden wir dann Imkereitechnik Wagner und Koch. Hier traten wir in ersten Kontakt mit einem ausländischen Bienenzuchtverein. Es war der Polnische, später gefolgt vom Französischen, Spanischen und auch Italienischen. Gerade wegen der einzigartigen Austauschmöglichkeit, die die Apimondia alle zwei Jahre bietet, waren wir ja angereist. Überbeladen mit Informationen aus erster Hand, fiel uns das völlige Fehlen eines Standes des Deutschen Imkerbundes e.V. sowie des Berufs- und Erwerbsimkerbundes e.V. auf. Schade, war doch die Anwesenheit internationaler Vertretungen groß.

Von den Gesprächen und vor allen Dingen den Einflüssen des Tages völlig erschöpft, verließen wir gegen 18 Uhr das Corum und beendeten den Tag mit ein zwei Bier auf dem unweiten, historischen Marktplatz .

Der zweite Tag unseres Aufenthaltes war reserviert, um sich einen gezielten Überblick über das angebotene, „ausländische“ Profigerät zu machen. Es wurde im Prinzip alles vorgestellt, was das Imkerherz höher schlägen läßt. Vom üblichen Krims-Krams bis hin zur 200 kg schweren, höhenverstellbaren 10W-Selbstwendeschleuder mit zusätzlichem Radialkorb. Ganz zu schweigen von den mehrere zehntausend Euro kostenden Ernte- und Abfüllstraßen. Besonders die Firma Swienty mit ihren Abfüllmaschinen, Apijuneda mit ihren Imkerei-Hoftrucks sowie die Firma Thomas mit ihren hochqualitativen Rühr- und Erntelösungen stachen an jenem Tag durch ihre Qualitätserzeugnisse hervor. Im Gegensatz zu Ihnen enttäuschte die hierzulande so oft angebotene Einfachstware regelrecht. Sie rief uns zwei alte, nahezu vergessene Grundsätze ins Gedächtnis: Qualität hat ihren Preis und wer billig kauft, kauft doppelt.

Alles in allem fanden wir die Fahrt nach Frankreich mehr als gelungen. Zwei ruhige Flüge, ein gutes Mittelklassehotel, freundliche Eingeborene und eine sehr gelungene Ausstellung werden uns noch lange an die Reise zurück erinnern lassen. Im Prinzip sind auch schon die Koffer für die nächste Apimondia gepackt. Sie findet in der Buenos Aires statt. Aber bis 2011 ist ja noch ein wenig hin … .

Die passenden Bilder zur Ausstellung reiche in innerhalb der kommenden Woche nach, sie können aber auch  hier auszugsweise betrachtet werden.